Jacob Kierkegaard - 4 Rooms
„4 Rooms“ wurde in verlassenen Räumen in Tschernobyl aufgenommen, einer Kirche, einem Auditorium, Swimming Pool und Gymnasium, wenn man den Titeln der CD folgt. Kirkegaard macht sich hier eine Idee zu nutze, die auf Alvin Lucier’s historischen Stück „I’m sitting in a Room“ zurückgeht: eine Aufnahme wird wiederholt in den gleichen Raum gespielt und wieder aufgenommen, bis das Signal verschwimmt und die Resonanzen des Raumes hervortreten. Im Gegensatz zu Lucier’s Stück ist es in diesem Falle keine Stimme, die verschwindet, sondern einfach die Stille, die in den leeren Räumen herrschte und verstärkt wurde. Die Klangschichten erinnern entfernt an Aeolsharfen, statische, metallische Flächen, die sich graduell über die Dauer der 4 Stücke verändern. Man mag das Gefühl haben, der radioaktiven Strahlung zuhören zu kann, die sich in den Räumen verfangen hat. „4 Rooms“ ist eine Konzeptarbeit wie auch die anderen Werke von Kirkegaard, die sich oft mit wissenschaftlichen Phänomenen und medialen Prozessen beschäftigen.